Ihr historisches Tagungshaus im Rheingau
Glasmalerei in der Eingangstür

Saxa loquuntur - die Steine sprechen


Diese lateinische Redewendung finden wir auf einer Glasmalerei in der Tür zum Foyer der Villa. Zum Glück aber sprechen nicht nur die Steine über die Vergangenheit. Erhalten sind auch schriftliche Überlieferungen, Zeichnungen und Pläne, die die 100-jährige Geschichte des Hauses lebendig machen.

Wie so vieles in Johannisberg verdankt die Villa ihre Existenz dem Innovations- und Unternehmergeist eines Klein`schen Vorfahren: Johann Klein, dem Mitbegründer der Firma Johannisberger Druckmaschinenbau. Wo Mitte des 19. Jahrhunderts die väterliche Schmiede stand, legte Johann Klein den Grundstein für ein Unternehmen, das wenige Jahrzehnte später zum größten Arbeitgeber der Region geworden war. "Insbesondere durch den hohen Bedarf an Druckwerken und in Folge der neuen Pressefreiheit nach der Revolution von 1848, fand die Johannisberger Druckmaschine reißenden Absatz", schreibt Rudolf Edinger. Trotz einiger Rückschläge durch einen Brand 1861 und durch die Wirtschaftskrise infolge des Deutsch-Französischen Kriegs blieb die Firma aufgrund bahnbrechender technischer Neuerungen erfolgreich und expandierte, so dass die Fabrikanlagen im Ortsteil Grund bald zu klein wurden und das Unternehmen um die Jahrhundertwende nach Geisenheim umzog.
Die Villa im Jahr 1914

Der stolze Erbauer: Jakob Klein in seinem Obstgarten, im Jahr 1914.
Wo damals noch Spalierobst gedieh, wird inzwischen Wein angebaut.

"Und so endete der Druckmaschinenbau im Ortbereich von Johannisberg. Dort hatten sich die Fabrikbesitzer jedoch zwischenzeitlich großzügige Villen erbauen lassen, und die Familie Klein nutzte große Flächen der ehemaligen Fabrikgebäude als Weingut." Quelle: Edinger

Vier Söhne, vier Häuser
Unser Haus, Grund 2, ist die jüngste der vier Klein`schen Villen, die die vier Söhne des Gründers der Firma Johannisberger Druckmaschinenbau zwischen 1893 und 1910 im Johannisberger Ortsteil Grund errichten ließen.
Die erste der Klein`schen Villen gab der drittälteste Sohn Karl (1862 - 1934) in Auftrag. Sie wurde vermutlich 1893/94 (Quelle: Paul Claus) erbaut und hat die Adresse Morschberg 1.
Als zweiter gab der Jüngste, Josef Klein (1864 - 1926) einen Neubau in Auftrag. Sein Haus entstand um 1899 im Grund 35.
Im Grund 10 ließ der älteste der Söhne, der nach dem Vater benannte Johannes (Johann) Klein (1855 - 1949) seine Villa erbauen.
Die Villa des zweitältesten, Jakob Klein (1860 - 1946) wurde 1910/1911 im Grund 2 errichtet.